DIN 1356 – Bauzeichnungen
DIN 1356 – Bauzeichnungen Normen für Zeichnungen im Bauwesen
DIN 1356 – BauzeichnungenNormen für Zeichnungen im Bauwesen |
DIN 1356 ist die deutsche Normenreihe für Bauzeichnungen. Sie legt verbindliche Regeln für die grafische Darstellung von Bauplänen und technischen Zeichnungen im Hochbau, Tiefbau und der Haustechnik fest – von der Strichstärke über Maßstäbe bis zur Symbolik. Für Vermessungsbüros und Planungsbüros, die im deutschsprachigen Raum tätig sind, bildet DIN 1356 die Grundlage für normkonforme Planunterlagen.
Aufbau der Normreihe
DIN 1356 gliedert sich in mehrere Teile, die unterschiedliche Bereiche des Bauwesens abdecken:
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Norm |
Titel |
Relevanz für Bestandsaufmaß |
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DIN 1356-1 |
Allgemeine Zeichnungsregeln |
Kernnorm: Linienarten, Maßstäbe, Beschriftung, Blattformate |
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DIN 1356-3 |
Zeichnungen für den Tiefbau |
Relevant bei Infrastruktur- und Erschließungsprojekten |
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DIN 1356-5 |
Zeichnungen für die Haustechnik |
Heizung, Lüftung, Sanitär – oft Teil von Bestandsplänen |
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DIN 1356-6 |
Zeichnungen für das Vermessungswesen |
Direkte Relevanz: Bestandspläne, Lagedarstellungen |
Kerninhalte DIN 1356-1
Der erste und grundlegende Teil der Normenreihe regelt die allgemeinen grafischen Anforderungen an Bauzeichnungen:
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Linienarten & -stärken |
Festgelegte Linientypen für Sichtbarkanten, Verdecktes, Achsen, Schnitte, Bemaßung – jeweils mit definierten Stärken (0,18 bis 1,0 mm) |
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Maßstäbe |
Standardmaßstäbe: 1:1, 1:2, 1:5, 1:10, 1:20, 1:50, 1:100, 1:200, 1:500, 1:1000 – Wahl abhängig vom Darstellungszweck |
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Blattformate |
DIN A0 bis A4 mit definierten Rändern, Schriftfeldern und Faltmaßen |
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Beschriftung |
Schriftart DIN, Schriftgrößen 2,5 / 3,5 / 5,0 / 7,0 mm – einheitliche Lesbarkeit aller Planangaben |
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Maßeintragung |
Regeln für Maßlinien, Maßpfeile, Maßzahlen und deren Anordnung in Grundrissen, Schnitten, Ansichten |
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Schnittdarstellung |
Schraffuren nach DIN 201 zur Materialkenntlichmachung (Beton, Mauerwerk, Holz, Stahl, etc.) |
Relevanz für das Bestandsaufmaß
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DIN 1356 ist in Deutschland die verbindliche Referenz für normgerechte Bauzeichnungen. Bei Bestandsaufnahmen für deutsche Bauherren, Architekten und Behörden sind DIN-konforme Ausgabepläne häufig Voraussetzung für die Plangenehmigung. |
Für Linsinger ZT GmbH ergeben sich folgende Anknüpfungspunkte zur Praxis:
– Ausgabe von Grundrissen, Schnitten und Ansichten aus dem Bestandsaufmaß in DIN-konformer Linien- und Maßstabsdarstellung
– Automatisierbare Zeichnungsstandards in ArchiCAD und BricsCAD durch Vorlagen und Layerstrukturen nach DIN 1356
– Maßstabswahl 1:50 für Grundrissdarstellungen im Umbaubereich, 1:100 für Gebäudeübersichten, 1:500 für Lagedarstellungen
– Liniengewichtung und Strichstärken aus dem Laserscanning-Workflow direkt in normkonforme CAD-Ausgabe überführbar
– DIN 1356-6 als direkte Brücke zur Vermessungszeichnung: Koordinatendarstellung, Höhenlinien, topografische Symbole
DIN 1356 vs. ÖNORM / Schweizer SIA
Die drei Länder des deutschsprachigen Raums kennen ähnliche, aber nicht identische Zeichnungsnormen:
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DIN 1356 (Deutschland) |
Verbindliche Norm für Bauzeichnungen in Deutschland; am weitesten verbreitet, oft internationaler Referenzstandard im deutschsprachigen Raum |
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ÖNORM A 6240-2 (Österreich) |
Österreichische Entsprechung für technische Zeichnungen im Bauwesen; im Detail abweichend in Symbolik und Schriftfelddefinitionen |
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SIA 400 (Schweiz) |
Schweizer Norm für Bauzeichnungen, stärker auf den Planungsprozess und Projektphasen ausgerichtet |
In der internationalen Projektpraxis – insbesondere bei BIM-Projekten nach ISO 19650 – ist eine normübergreifende Abstimmung der Zeichnungsstandards im BIM Execution Plan (BEP) zu regeln.
Praxishinweis für den Aufmaßauftrag
Welche Norm gilt, ist im Leistungsverzeichnis oder Vertrag zu klären. Linsinger ZT GmbH empfiehlt, bereits bei der Auftragsklärung die gewünschte Normbasis festzulegen:
– Projekt in Deutschland → DIN 1356 als Ausgabestandard vereinbaren
– Projekt in Österreich → ÖNORM A 6240-2 als Basis, auf Wunsch DIN-Ausgabe möglich
– BIM-Projekt → Zeichnungsstandards im BEP regeln, IFC-Modell als primäres Lieferobjekt
– Bestandsplan für Behörden → Maßstab, Blattformat und Schriftfeld gemäß Vorgabe der Behörde abstimmen
Normdaten im Überblick
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Normbezeichnung |
DIN 1356 (Normenreihe, mehrere Teile) |
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Herausgeber |
Deutsches Institut für Normung (DIN), Berlin |
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Anwendungsbereich |
Bauzeichnungen im Hoch- und Tiefbau, Vermessungswesen, Haustechnik |
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Geltungsbereich |
Deutschland; weitverbreiteter Exportstandard im DACH-Raum |
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Vergleichsnormen |
ÖNORM A 6240-2 (AT), SIA 400 (CH), ISO 128 (international) |
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Bedeutung für BIM |
Ergänzung zu ISO 19650 / IFC-Workflows; Zeichnungsausgabe aus BIM-Modell |
Linsinger ZT GmbH · Vermessungswesen & Bestandsaufmaß · www.linsinger-zt.at