Nachhaltiger Drohnenflug & digitale Dachaufsicht - Pv Anlagen Planung

Nachhaltiger Drohnenflug & digitale Dachaufsicht – präzise Grundlage für PV-Anlagenplanung und vorausschauende Dachinstandhaltung

Nachhaltiger Drohnenflug & digitale Dachaufsicht für PV Anlagen Planung

SfM-Auswertung · Orthofoto · Dachaufsichtsplan 2D/3D · ArchiCAD · Revit

Linsinger ZT GmbH  |  Scan-to-BIM  |  St. Johann im Pongau

1. Einleitung & Zielsetzung

Der Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme (UAS / Drohnen) hat sich in den letzten Jahren als effizientes und ressourcenschonendes Werkzeug in der Bau- und Vermessungsbranche etabliert. Im Kontext der Scan-to-BIM-Dienstleistungen der Linsinger ZT GmbH ermöglichen Drohnenbefliegungen die schnelle, sichere und detailgenaue Erfassung von Gebäuden, Dächern und Fassaden – ohne aufwendiges Gerüst oder Hubarbeitsbühne.

Dieser Wiki-Eintrag beschreibt die gesamte Prozesskette: von der nachhaltigen Planung und Durchführung des Drohnenfluges über die photogrammetrische SfM-Auswertung bis hin zur Erstellung professioneller Dachaufsichtspläne in 2D sowie vollständiger BIM-Modelle in ArchiCAD oder Revit.

ℹ️  Kernvorteile des Drohneneinsatzes

• Sicherheit: Begehung gefährlicher oder schwer zugänglicher Dachflächen entfällt

• Geschwindigkeit: Befliegung eines Gebäudes in Minuten statt Stunden

• Genauigkeit: GSD (Ground Sampling Distance) unter 1 cm/Pixel erreichbar

• Nachhaltigkeit: Deutlich geringerer CO₂-Fußabdruck als Hubschrauber oder Gerüstbau

• Digitale Nahtlosigkeit: Direkter Datentransfer in BIM-Workflows (ArchiCAD / Revit)

2. Nachhaltigkeit im Drohnenflug

Nachhaltigkeit im Drohneneinsatz bedeutet nicht nur die Reduktion von CO₂-Emissionen, sondern umfasst auch ökologische Verantwortung, Lärmminimierung, den schonenden Umgang mit der Umgebung und die Ressourceneffizienz des gesamten Erfassungsprozesses.

2.1 Ökologische Bilanz

Methode

CO₂-Emission (ca.)

Personaleinsatz

Nachhaltigkeitsbewertung

Drohnenbefliegung (elektrisch)

< 0,1 kg CO₂/Einsatz

1–2 Personen

★★★★★ Sehr gut

Hubschrauberbefliegung

80–150 kg CO₂/h

3–5 Personen

★★☆☆☆ Schlecht

Gerüstbau + Fußbegehung

variabel (Fahrt, Material)

3–8 Personen

★★★☆☆ Mittel

Hubarbeitsbühne

15–40 kg CO₂/h (Diesel)

2–3 Personen

★★★☆☆ Mittel

Satellitenbild (extern)

vernachlässigbar (Bezug)

1 Person

★★★★☆ Gut

2.2 Nachhaltigkeitsprinzipien bei Linsinger ZT GmbH

Stromeinsatz: Verwendung zertifizierter Ökostromquellen für das Laden der Akkus

Flottenoptimierung: Minimierung der Anreisewege durch regionale Einsatzplanung (DACH-Raum)

Hardware-Lebensdauer: Regelmäßige Wartung der UAV-Flotte zur Verlängerung der Nutzungsdauer

Papierloses Arbeiten: Vollständig digitale Dokumentation – kein Ausdruck vor Ort erforderlich

Lärm- & Sichtschutz: Frühzeitige Abstimmung mit Anwohnern, Befliegung in lärmarmen Zeitfenstern

Datenminimax-Prinzip: Nur notwendige Daten werden erhoben und gespeichert (DSGVO + Effizienz)

3. Rechtlicher Rahmen & Fachaufsicht

Der Betrieb von Drohnen im professionellen Umfeld unterliegt in Österreich und der EU einem klaren regulatorischen Rahmen. Die Fachaufsicht stellt sicher, dass alle Flüge sicher, regelkonform und dokumentiert durchgeführt werden.

3.1 Regulatorische Grundlagen (Österreich / EU)

Rechtsgrundlage

Geltungsbereich

Wesentlicher Inhalt

EU-VO 2019/947 (Drohnen-Verordnung)

EU-weit

Kategorisierung Open / Specific / Certified; CE-Klassen C0–C6

LuftVG Österreich (§ 24c ff)

Österreich

Genehmigungspflichten, Haftung, Registrierung

AustroControl-Richtlinien

Österreich

Konkrete Umsetzung der EU-VO, Prüfung & Registrierung

DSGVO (EU) 2016/679

EU-weit

Datenschutz bei Bilderfassung von Personen & Gebäuden

Luftfahrtkarten OAM / NOTAM

Österreich

Luftraumfreigaben, gesperrte Zonen, temporäre Beschränkungen

3.2 Drohnenkategorien nach EU-VO 2019/947

• OPEN-Kategorie (A1/A2/A3): Kein Genehmigungsverfahren, max. 25 kg MTOW, Sichtflug erforderlich

• SPECIFIC-Kategorie: SORA-Bewertung erforderlich, erweiterte Betriebsgenehmigung durch Behörde

• CERTIFIED-Kategorie: Höchste Anforderungen, vergleichbar mit bemannter Luftfahrt

Für typische Gebäudeaufnahmen (Dach, Fassade) operiert Linsinger ZT GmbH in der Kategorie A2/A3 der OPEN-Kategorie mit entsprechend zertifizierten Piloten.

3.3 Aufgaben der Fachaufsicht

Die Fachaufsicht (Remote Pilot / Verantwortlicher Fernpilot) trägt die Gesamtverantwortung für jeden Flug. Folgende Aufgaben sind vor, während und nach dem Flug wahrzunehmen:

Phase

Aufgaben Fachaufsicht

Dokumentation

Vorbereitung

Luftraumprüfung (AustroControl App / DroneSpace), Wetterchecks (Wind < 8 m/s, kein Regen), Gelände-Briefing, Flugplanung, Notfallplan

Flugplan, Checkliste, Wetterbericht

Durchführung

Sichtverbindung halten, Funkverbindung überwachen, Hindernisse beobachten, Einhalten der Freigrenzen (Abstand zu Personen, Gebäuden), Akkumanagement

Live-Tracking, Flugprotokoll

Nachbereitung

Datenübertragung und -sicherung, Drohnen-Inspektion, Datenqualitätsprüfung, Dokumentenablage gemäß ISO 19650

Flugbericht, Einsatzdokumentation

4. SfM-Auswertung (Structure from Motion)

Structure from Motion (SfM) ist ein photogrammetrisches Verfahren, das aus einer Vielzahl überlappender Einzelbilder eine dreidimensionale Rekonstruktion der aufgenommenen Objekte erzeugt. Es bildet das technologische Herzstück der Drohnenauswertung bei Linsinger ZT GmbH.

4.1 Funktionsprinzip SfM

SfM nutzt korrespondierende Bildpunkte (Feature Points) in überlappenden Aufnahmen, um die Kameraposition und -orientierung rückzurechnen und daraus eine dichte Punktwolke sowie ein Oberflächenmodell zu generieren.

Schritt

Prozess

Ergebnis

1. Bilderfassung

Überlappende Drohnenfotos (Front: 80%, Seite: 70%) mit kalibrierter Kamera

Rohbilder (JPG/RAW), GPS-Metadaten

2. Feature Detection

Automatische Erkennung markanter Bildpunkte (SIFT, SURF, ORB)

Keypoint-Datenbank

3. Feature Matching

Verknüpfung gemeinsamer Punkte in überlappenden Bildern

Korrespondenz-Matrix

4. Bundle Adjustment

Berechnung der exakten Kamerapositions & -orientierung

Kamera-Trajectory

5. Dichte Rekonstruktion

MVS (Multi-View Stereo): Erzeugung dichter Punktwolke

Punktwolke (.las/.laz/.e57)

6. Mesh & Textur

Dreiecksnetz über Punktwolke, Texturierung mit Originalfotos

3D-Mesh (.obj/.fbx)

7. Orthofoto & DSM

Entzerrte Draufsicht + Digitales Oberflächenmodell

GeoTIFF, DEM/DSM

4.2 Softwarelösungen für SfM

Software

Hersteller

Besonderheiten

Einsatz bei Linsinger ZT

Agisoft Metashape

Agisoft LLC

Hohe Genauigkeit, GCP-Unterstützung, Python-API

Primärtool für SfM

Pix4Dmapper / Cloud

Pix4D

Cloud-Verarbeitung, gute BIM-Integration, Cloudpunkte

Ergänzend / Kundenwunsch

DJI Terra

DJI

Direkte Integration mit DJI-Drohnen, schnelle Verarbeitung

Feldauswertung

RealityCapture

Epic Games

Sehr schnell, hohe Qualität, LIDAR-Integration möglich

Großprojekte

OpenDroneMap (ODM)

OpenSource

Kostenfrei, Open Source, Community-Support

Test & Forschung

4.3 Genauigkeitsklassen & GSD

Die erreichbare Genauigkeit der SfM-Auswertung hängt maßgeblich von der Flughöhe, der Kameraauflösung und der Anzahl der Passpunkte (GCP – Ground Control Points) ab.

GSD (cm/Pixel)

Flughöhe (ca.)

Anwendungsfall

Absolute Genauigkeit

< 1,0 cm

< 30 m

Detailaufnahmen, Schadensanalyse

±1–3 cm mit GCP

1,0–2,0 cm

30–60 m

Dachaufsichtsplan detailliert

±2–5 cm mit GCP

2,0–5,0 cm

60–120 m

Einfacher Dachplan, Bestandsdokumentation

±3–8 cm mit GCP

> 5,0 cm

> 120 m

Lageplanung, Geländemodell, Übersicht

±5–15 cm

5. Orthofoto

Das Orthofoto ist ein maßstabsgetreues, lagerichtiges Luftbild, das durch die mathematische Entzerrung aller perspektivischen Verzerrungen aus den Schrägaufnahmen entsteht. Es kombiniert die Informationsdichte eines Fotos mit der geometrischen Korrektheit eines Lageplanes.

5.1 Erzeugung & Eigenschaften

• Basiert auf DSM (Digitales Oberflächenmodell) als Grundlage für die Entzerrung

• Ausgabe als GeoTIFF mit Koordinatenbezug (MGI Bundesmeldenetz / EPSG:31287 für Österreich)

• Typische Auflösung: 1–5 cm/Pixel für Gebäudeaufnahmen

• Farbtiefe: 8 Bit pro Kanal (RGB), optional auch multispektral (NDVI)

• Nahtlose Mosaikierung mehrerer Einzelflüge möglich

5.2 Koordinatensystem & Georeferenzierung

Für österreichische Projekte wird standardmäßig das Bundesmeldenetz (MGI / Bundesmeldenetz, EPSG:31287 oder 31256/31257/31258 nach Meridianstreifen) verwendet. Die Einbindung von GCP (Ground Control Points) über GNSS-Vermessung sichert die absolute Lagegenauigkeit.

Koordinatensystem

EPSG-Code

Anwendung

Höhensystem

MGI / Bundesmeldenetz M28

31256

Westösterreich

HöN (Adriatische Höhen)

MGI / Bundesmeldenetz M31

31257

Mittelösterreich

HöN (Adriatische Höhen)

MGI / Bundesmeldenetz M34

31258

Ostösterreich

HöN (Adriatische Höhen)

ETRS89 / UTM Zone 33N

25833

EU-Projekte, BIM

EVRS2019

WGS84

4326

Rohdaten GPS/Drohne

HAE (ellipsoidisch)

5.3 Verwendungszwecke des Orthofotos

Bestandsdokumentation: Maßstabsgetreue Grundlage für Planunterlagen

Schadensanalyse: Erkennung von Rissen, Schäden, Feuchtigkeitsflecken auf Dachflächen

Flächenberechnung: Exakte Dachflächenberechnung inkl. Aufbauten, Gaupen, Kamine

Vergleich Planung/Bestand: Überlagerung mit CAD-Plänen zur Abweichungsanalyse

GIS-Integration: Einbindung in QGIS, ArcGIS oder ArcGIS Pro für weitere Analysen

Energieberatung: Ermittlung von Dachflächen für Photovoltaik-Planung

6. Dachaufsichtsplan – 2D

Der Dachaufsichtsplan ist eine maßstäbliche Draufsicht auf das Gebäudedach, die alle relevanten geometrischen und konstruktiven Elemente vollständig und normgerecht darstellt. Er dient als zentrale Planunterlage für Wartung, Sanierung, Versicherung und Behördenkommunikation.

6.1 Einfacher Dachaufsichtsplan

Der einfache Dachaufsichtsplan zeigt die wesentlichen Dachelemente ohne konstruktive Details. Er eignet sich für erste Bestandserfassungen, Versicherungsunterlagen oder eine grobe Kostenschätzung.

Element

Darstellung

Genauigkeit

Dachflächen & -neigung

Schraffur je Neigungsrichtung, Pfeilangabe

±5–10 cm

Dachrand / Traufen

Konturlinie, Höhenangabe optional

±5 cm

Firste & Grate

Strichlierung / Volllinie

±5 cm

Dachaufbauten (grob)

vereinfachte Rechtecksymbole

±10 cm

Dachentwässerung

Lage der Fallrohre und Rinnen

±10 cm

Flächenmaße

Bruttodachfläche je Abschnitt

±0,5 m²

6.2 Detaillierter Dachaufsichtsplan

Der detaillierte Dachaufsichtsplan entspricht einem vollständigen Bestandsplan und enthält alle bautechnisch relevanten Informationen für eine präzise Sanierungsplanung oder für BIM-Modellierungsgrundlagen.

Element

Darstellung

Details

Dachflächen

Flächengenau mit Neigungsgrad (°) und Ausrichtung

inkl. Kehlen, Sattelbereiche

Schornsteine/Lüftungen

Exakte Abmessungen, Materialangabe

Anzahl, Position, Höhe ü. Dach

Dachfenster / Lichtkuppeln

Lichte Öffnung, Rahmenausführung

Fabrikat optional

Dachgaupen

Gaupenkonstruktion mit Bemaßung

Gaupentyp (Schleppgaupe etc.)

Solaranlagen / PV

Modulfelder, Trassierung, Trafo-Lage

Anzahl Module, Leistung

Blitzschutz-Fangnetz

Fangstangen, Ringlängen, Ableitungen

Normkonform (ÖVE/ÖNORM)

Attiken & Brüstungen

Attikaoberkante, Anschlussdetails

Höhe und Materialangabe

Dachanschlüsse

Anschluss an Wand, Kehlen, Traufen

Detailschnitt-Verweis

Entwässerung

Dachrinnen, Fallrohre, Notentwässerung

DN-Angaben, Gefälle (‰)

Koordinaten & Höhen

Koordinatenwerte je Gebäudeecke

MGI / Bundesmeldenetz

6.3 Ausgabeformate 2D

• DWG / DXF – AutoCAD-kompatibel, für Weitergabe an Planer & Architekten

• DGN – MicroStation-Format (häufig bei Infrastrukturplanern)

• PDF – Druckfertiger Plan inkl. Plankopf, Maßstab 1:100 oder 1:200

• SVG – Vektorformat für Web-Darstellung und Präsentation

• IFC-2D / buildingSMART – normkonformer Datenaustausch für BIM-Projekte

7. 3D-Modell in ArchiCAD & Revit

Die dreidimensionale Abbildung des Daches als BIM-konformes Modell ermöglicht eine vollständige digitale Bestandsdokumentation, die in weitere Planungs-, Sanierungs- und Betriebsprozesse nahtlos integrierbar ist.

7.1 Prozesskette: Drohne → BIM-Modell

Schritt

Tätigkeit

Werkzeug / Format

1. Befliegung

Geplanter UAV-Flug, 80/70% Überlappung

DJI Phantom 4 RTK / Mavic 3E

2. SfM-Auswertung

Punktwolke & Mesh aus Bilddaten

Agisoft Metashape

3. Punktwolke

Bereinigung, Klassifikation, Koordinatensystem

.las/.laz, CloudCompare

4. Modellierung

Manuelle oder semi-auto BIM-Modellierung aus Punktwolke

ArchiCAD / Revit + Scan2BIM-PlugIn

5. IFC-Export

Normkonformer Datenaustausch nach ISO 16739

IFC 4.0 / IFC 4.3

6. Qualitätsprüfung

Abgleich Modell vs. Punktwolke, Toleranzprüfung

Solibri / Navisworks

7. Lieferung

Übergabe Modell + Dokumentation gem. ISO 19650

.pln / .rvt / .ifc

7.2 Modellierung in ArchiCAD

ArchiCAD (Graphisoft) ist die bevorzugte BIM-Plattform im deutschsprachigen Raum für Architekten und Planer. Für die Dachmodellierung aus Punktwolken stehen folgende Werkzeuge zur Verfügung:

Punktwolken-Import: Direkte Einbindung von .e57, .las, .laz als Referenz in ArchiCAD 26/27

Dachelemente: Dachflächen als parametrische ArchiCAD-Dachkonstruktion modelliert (Dachtyp, Neigung, Materialien)

Morphing & Freiformflächen: Für unregelmäßige Dachformen wird das Morph-Werkzeug verwendet

Scan2BIM Add-On: Trimble Scan Explorer for ArchiCAD ermöglicht halbautomatisches Ableiten von Geometrie

IFC-Export: ISO 16739-konformer Export inkl. Property Sets und IfcRoof-Entität

Ausgabe: .pln (ArchiCAD-Projektdatei), .ifc (openBIM), .pdf (Planausgabe)

7.3 Modellierung in Revit

Autodesk Revit ist besonders im internationalen Kontext und bei größeren Bauprojekten sowie im Facility-Management verbreitet. Die Integration von Drohnendaten erfolgt über folgende Workflows:

Punktwolken-Import: ReCap (.rcp/.rcs) als Punktwolkenformat; auch direkte .e57-Konvertierung via Autodesk ReCap Pro

Roof-Elemente: Revit-native Dachkonstruktionen: Slope Arrow, Footprint Roof, Extrusion Roof

Dynamo-Skripte: Automatisierte Modellierungsunterstützung über visuelle Programmierung mit Dynamo

Scan-to-BIM Plugins: EdgeWise, PointSense, Verity – Halbautomatisches Ableiten von Revit-Elementen aus Punktwolke

IFC-Export: IFC 4.0 Export über OpenBIM-Exporter oder nativen Revit-Exporter

Ausgabe: .rvt (Revit-Projektdatei), .ifc, .nwc (Navisworks), .dwg

7.4 LOD-Tabelle: Dachaufsichtsplan & BIM-Modell

Die Modellierungstiefe richtet sich nach dem vereinbarten Level of Detail (LOD) bzw. Level of Geometry (LOG) gemäß SIA 2051 / ÖNORM A 6241-2:

LOD / LOG

Beschreibung

Dachplan 2D

3D-Modell

Einsatz

LOG 100

Konzept/Masse

Gebäudekontur, Gesamtdachfläche

Volumenmodell

Machbarkeitsstudie

LOG 200

Vorentwurf

Dachform, Firstlinien, grobe Maße

Formelmodell ohne Details

Planung / Angebot

LOG 300

Entwurf

Vollständiger Aufsichtsplan

Vollständige Geometrie

Einreichplanung

LOG 350

Ausführung

Detailbemaßung, Anschlüsse

+ Anschlussdetails

Ausführungsplanung

LOG 400

Ausführungsdetail

Alle Bauteile, Materialien

+ Materialangaben

BIM-Koordination

LOG 500

Bestand (As-Built)

Aufgemessener Ist-Zustand

As-Built Modell

FM / Betrieb

8. Typische Anwendungsbeispiele

8.1 Dachzustandserfassung & Sanierungsplanung

Befliegung eines Gründerzeithauses in Salzburg: SfM-Auswertung liefert ein Orthofoto mit 1,5 cm/Pixel GSD. Detaillierter Dachaufsichtsplan (LOG 350) in ArchiCAD zeigt alle Schäden, Dachfenster, Kamine und Entwässerungsanschlüsse. Grundlage für die Ausschreibung der Dachsanierung.

8.2 Bestandsaufnahme Industriehalle

Großflächige Halle (12.000 m² Grundfläche): Drohnenbefliegung in 3 Flügen, vollautomatische SfM-Verarbeitung. Einfacher Dachaufsichtsplan für Versicherungsnachweis + vollständiges Revit-Modell LOG 300 für Facility-Management-Integration.

8.3 Historisches Gebäude / Denkmalschutz

Dachaufsicht eines denkmalgeschützten Bauernhofs: Hochauflösende Befliegung (GSD 0,8 cm), manuelle Modellierung in ArchiCAD mit komplexen Walmdach- und Schleppgaupen-Konstruktionen. Lieferung als IFC 4.0 für das Bundesdenkmalamt (BDA) Österreich.

8.4 PV-Planung & Energieberatung

Orthofoto und Dachaufsichtsplan dienen als Grundlage für die Berechnung nutzbarer Dachflächen für Photovoltaik. Neigungswinkel, Ausrichtung und Verschattungsanalyse aus dem 3D-Modell fließen direkt in die Ertragsberechnung ein.

✅  Leistungspaket Linsinger ZT GmbH – Drohne & BIM

• Drohnenbefliegung mit zertifizierten Piloten (EU-Kategorie A2/A3)

• SfM-Auswertung mit Agisoft Metashape, GCP-gestützt

• Orthofoto im Bundesmeldenetz (GeoTIFF, 1–5 cm Auflösung)

• Einfacher Dachaufsichtsplan (PDF, DWG) – ab LOG 200

• Detaillierter Dachaufsichtsplan (DWG, DXF, PDF) – LOG 300/350

• 3D-BIM-Modell in ArchiCAD (.pln) oder Revit (.rvt) – LOG 300–500

• IFC-Export nach ISO 16739 für openBIM-Workflows

• Vollständige Projektdokumentation nach ISO 19650

9. Kritische Betrachtung & Qualitätssicherung

9.1 Grenzen der SfM-Methode

Reflexive Oberflächen: Glas, Metall oder nasse Dachflächen können zu Lücken in der Punktwolke führen

Homogene Texturen: Gleichförmige Bitumendächer ohne Kontrast erschweren das Feature Matching

Windeinfluss: Starker Wind (> 8 m/s) verursacht Bewegungsunschärfe und Positionsfehler

Datenmenge: Große Projekte erzeugen mehrere 100 GB an Rohdaten – Speicherplanung notwendig

GCP-Abhängigkeit: Ohne Bodenpasspunkte nur relative Lagegenauigkeit (~10–30 cm absolut)

9.2 Qualitätssicherung

• Auswertungsbericht aus Metashape mit Qualitätsmetriken (Reprojektionsfehler < 0,5 Pixel)

• Stichprobenhafte Kontrollmessungen mit Totalstation oder GNSS (RTK)

• Modellvergleich Punktwolke vs. BIM-Modell (Toleranz gemäß LOD-Vereinbarung)

• IFC-Prüfung mit Solibri Model Checker gegen projektspezifische Regelwerke

• Revisionsdokumentation gemäß ISO 19650-2 (CDE / GDE)

10. Ausblick & Weiterentwicklungen

Die Kombination aus UAV-Technologie, KI-gestützter Auswertung und BIM-Integration entwickelt sich rasant weiter. Folgende Trends sind für Linsinger ZT GmbH besonders relevant:

KI-gestützte Schadensdetektierung: Machine-Learning-Modelle erkennen automatisch Risse, Feuchtigkeitsflecken und Materialschäden im Orthofoto

LiDAR-Drohnen: Integration von miniaturisierten LiDAR-Scannern (z.B. DJI Zenmuse L2) für präzisere Punktwolken auch bei texturarmen Oberflächen

Automatische BIM-Generierung: Deep-Learning-basierte Segmentierung von Punktwolken für automatische ArchiCAD/Revit-Elementerzeugung

Digitaler Zwilling: Integration von Drohnendaten in kontinuierlich aktualisierte digitale Gebäudezwillinge (ISO 23247)

Thermografie-Integration: Kombination RGB + Wärmebildkamera für Energieverlustanalyse und Feuchtigkeitsdetektion

ÖNORM A 6241-2 Weiterentwicklung: Laufende Normanpassung berücksichtigt zunehmend drohnengestützte Bestandsaufnahmen

11. Glossar

Begriff

Erklärung

DSM

Digital Surface Model – Digitales Oberflächenmodell inkl. Vegetation und Aufbauten

DTM/DEM

Digital Terrain/Elevation Model – Digitales Geländemodell (nur Boden)

GCP

Ground Control Point – Bodenpasspunkt für absolute Georeferenzierung

GSD

Ground Sampling Distance – Bodenpixelgröße; bestimmt räumliche Auflösung

IFC

Industry Foundation Classes – offenes BIM-Datenaustauschformat nach ISO 16739

LiDAR

Light Detection and Ranging – Laserscanning-Technologie für präzise 3D-Daten

LOG

Level of Geometry – Geometrischer Detaillierungsgrad im BIM-Modell (SIA 2051)

LOD

Level of Development – Gesamtentwicklungsgrad eines BIM-Elements

MGI

Militärgeographisches Institut – Grundlage des österr. Koordinatensystems

MVS

Multi-View Stereo – Algorithmus zur dichten Punktwolkengenerierung aus Bildern

SORA

Specific Operations Risk Assessment – Risikoanalyse für SPECIFIC-Drohnenflüge

SfM

Structure from Motion – Photogrammetriemethode zur 3D-Rekonstruktion aus Bildern

UAV/UAS

Unmanned Aerial Vehicle/System – Drohne; unbemanntes Luft(fahrt)system

RTK-GNSS

Real Time Kinematic GNSS – Echtzeit-Differenzial-GPS für cm-genaue Positionierung

12. Quellen & Weiterführende Literatur

Normen, Richtlinien und Fachliteratur:

• EU-Drohnenverordnung (EU) 2019/947 – Regeln für den Betrieb unbemannter Luftfahrtsysteme

• Luftfahrtgesetz (LuftVG) Österreich, BGBl. I Nr. 102/1997 i.d.g.F.

• AustroControl: Leitfaden für Fernpiloten, 2023

• ÖNORM A 6241-1/-2: BIM – Building Information Modeling, Österreichisches Normungsinstitut

• SIA 2051: Building Information Modelling (BIM), Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, 2017

• ISO 19650-1/-2: Organisation und Digitalisierung von Informationen zu Bauwerken, 2018/2021

• ISO 16739: Industry Foundation Classes (IFC) – openBIM-Datenaustauschformat, 2024

• Luhmann, T.: Nahbereichsphotogrammetrie – Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Wichmann, 2023

• Siebert, S. / Teizer, J.: Mobile 3D mapping for surveying earthwork projects using an Unmanned Aerial Vehicle (UAV) system. Automation in Construction, 2014

Online-Ressourcen:

• AustroControl DroneSpace: https://www.dronenspace.at

• buildingSMART International: https://www.buildingsmart.org

• Agisoft Metashape Dokumentation: https://www.agisoft.com/support/manuals/

• DJI Terra Dokumentation: https://enterprise.dji.com/de/dji-terra

Linsinger ZT GmbH  ·  Scan-to-BIM  ·  St. Johann im Ponga

Linsinger Vermessung auf Instagram

@LINSINGER_VERMESSUNG

#linsinger #vermessung

WIR RESPEKTIEREN IHRE PRIVATSPHÄRE

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis auf unserer Website zu bieten und die Relevanz unserer Kommunikation mit Ihnen zu verbessern. Ihre Präferenzen sind uns wichtig. Wir verwenden nur die Daten, für die Sie uns Ihre Zustimmung gegeben haben. Ausgenommen sind nur essentielle Cookies, die für die Funktionalität dieser Webseite notwendig sind.

WIR RESPEKTIEREN IHRE PRIVATSPHÄRE

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis auf unserer Website zu bieten und die Relevanz unserer Kommunikation mit Ihnen zu verbessern. Ihre Präferenzen sind uns wichtig. Wir verwenden nur die Daten, für die Sie uns Ihre Zustimmung gegeben haben. Ausgenommen sind nur essentielle Cookies, die für die Funktionalität dieser Webseite notwendig sind.

Ihre Cookie-Einstellungen wurden gespeichert