Punktwolkenverarbeitung
Punktwolkenverarbeitung – Registrierung, Klassifizierung & BIM-Integration im Bauwesen (E57, RCP, LAS/LAZ)
Punktwolkenverarbeitung — E57, RCP, LAS/LAZ
Eine Punktwolke ist eine geordnete Menge von 3D-Koordinaten (X, Y, Z) mit optionalen Attributen: Intensität, RGB-Farbe, Normalen, Rückgabeanzahl (bei LiDAR). Sie entsteht aus Laserscanning (TLS, MLS) oder Photogrammetrie (SfM/MVS).
Formate im Vergleich
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Format |
Typ |
Stärken |
Typischer Einsatz |
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E57 |
offen, ISO |
Herstellerunabhängig, enthält Scannerpositionen & Bilder |
Archivierung, Datenaustausch |
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RCP/RCS |
Autodesk-proprietär |
Optimiert für AutoCAD/Revit/Civil 3D; schnelles Rendering |
BIM-Workflow, ArchiCAD-Import |
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LAS/LAZ |
offen (ASPRS) |
Geoinformatik-Standard; LAZ = verlustfreie Komprimierung ~5:1 |
GIS, Vermessung, Langzeitarchiv |
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FLS/FWS |
Faro-proprietär |
Rohdaten mit vollen Metadaten |
Faro Scene intern |
Verarbeitungskette nach dem Scan
1. Rohdaten: FLS/FWS, E57 (je nach Scanner-Hersteller)
2. Registrierung: Faro Scene / Cyclone / ReCap — Einzelscans werden zu einer Gesamtwolke zusammengeführt
3. Bereinigung: Rauschen, Ausreißer und redundante Punkte werden entfernt
4. Klassifizierung (optional): Boden, Vegetation, Gebäude — primär bei ALS/MLS relevant
5. Format-Export: Je nach Verwendungszweck: E57/LAS für Archiv und GIS; RCP für BIM; OBJ/XYZ für Visualisierung
6. Nachnutzung: BIM-Modellierung | Visualisierung (Nubigon, Unreal) | Flächenberechnung | Analyse
Typische Dateigrößen
• TLS-Projekt, 30–50 Scannerpositionen: 15–60 GB (E57 unkomprimiert)
• LAZ-Komprimierung reduziert auf 3–12 GB (~5:1, verlustfrei)
• Linsinger-Gesamtbestand: ~4,5 PB (roh + verarbeitet, ~1.000 Gebäude seit 2012)
Empfehlung: Archivformat
LAZ ist für Langzeitarchivierung und Weitergabe bevorzugt: verlustfrei, weit unterstützt, keine Lizenzabhängigkeit. RCP ist schneller im Viewer, aber Autodesk-gebunden und nicht als Primärarchiv geeignet.
Linsinger ZT GmbH | Stand: 6.4.2026