Scan-to-BIM / BIM-Modellierung
Scan-to-BIM / BIM-Modellierung (ArchiCAD-Workflow)
Scan-to-BIM / BIM-Modellierung (ArchiCAD-Workflow)
Scan-to-BIM bezeichnet den Prozess der Überführung von Punktwolkendaten (aus Laserscanning oder Photogrammetrie) in ein parametrisches Gebäudemodell nach BIM-Methodik.
Workflow bei Linsinger ZT GmbH
1. Registrierung & Export — Punktwolke wird in Faro Scene bereinigt und als RCP (Autodesk) oder E57 exportiert.
2. Import in ArchiCAD — Die RCP-Datei wird als Hintergrundpunktwolke in ArchiCAD 28 eingebunden (native Unterstützung via Graphisoft Cloudify oder direkter Import).
3. Modellierung — Wände, Decken, Öffnungen und Bauteile werden auf Basis der Punktwolke manuell oder halbautomatisch nachmodelliert. Grundriss-, Schnitt- und Ansichtsschnitte durch die Punktwolke dienen als Konstruktionsgrundlage.
4. LOD-Definition — Der Detaillierungsgrad (Level of Detail/Development) richtet sich nach Auftraggeber und Verwendungszweck: LOD 200 für Bestandsdokumentation, LOD 300–350 für Planungsgrundlagen.
5. Ausgabe — IFC-Export für Fachplaner, 2D-Pläne (DWG/PDF) für Architekten und Denkmalpflege, optional 3D-PDF oder Viewer-Datei für den Bauherrn.
Besonderheiten im Denkmalbereich
Historische Gebäude weichen systematisch von rechtwinkligen Normgeometrien ab. Die Modellierung muss Unregelmäßigkeiten abbilden, ohne sie zu "glätten" — Authentizität hat Vorrang vor Konstruktionsvereinfachung.
Abgrenzung
Scan-to-BIM liefert ein semantisches Modell (Wand ist eine Wand, nicht eine Fläche). Reine Punktwolken- oder Mesh-Ausgaben sind kein BIM.
LOD-Übersicht
|
LOD |
Bezeichnung |
Typischer Einsatz |
|
LOD 200 |
Schematisches Modell |
Bestandsdokumentation, Überblick |
|
LOD 300 |
Präzises Modell |
Planungsgrundlage Architekten |
|
LOD 350 |
Koordiniertes Modell |
Haustechnik, Fachplaner-Koordination |
Linsinger ZT GmbH | Stand: 6.4.2026