BIM in Österreich

BIM in Österreich Building Information Modeling — Grundlagen, Normen & Praxis

3D BIM in Österreich

Building Information Modeling — Grundlagen, Normen & Praxis

Auf einen Blick

Begriff

Building Information Modeling (BIM)

Definition

Digitale Methode zur ganzheitlichen Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken auf Basis vernetzter 3D-Datenmodelle

Relevante Norm (AT)

ÖNORM A 6241-1 und A 6241-2 (BIM-Datenstruktur und Detaillierungsgrade)

Internationale Norm

ISO 19650 (Informationsmanagement über den Lebenszyklus von Bauwerken)

Koordination (AT)

planen.bauen 4.0 — Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH

BIM-Pflicht (AT)

Stufenweiser Rollout für öffentliche Auftraggeber ab bestimmten Projektgrößen (laufend)

Was ist BIM?

Building Information Modeling (BIM) ist eine kooperative Arbeitsmethode, bei der alle am Bauprojekt beteiligten Fachplaner — Architekten, Statiker, Haustechniker, Vermesser — in einem gemeinsamen, digitalen Gebäudemodell zusammenarbeiten. Das Modell enthält nicht nur geometrische Information, sondern auch Sachdaten zu Bauteilen, Materialien, Kosten und Terminen.

Im Unterschied zu klassischen CAD-Plänen entsteht bei BIM ein durchgängig vernetztes Informationsmodell, das über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes — von der Planung über die Ausführung bis zum Betrieb — genutzt und aktualisiert wird.

Detaillierungsgrade: LOD, LOG, LOI

Das Herzstück des BIM-Konzepts sind die Detaillierungsgrade. Sie definieren, wie genau geometrische und alphanumerische Inhalte eines Modells zu einem bestimmten Projektzeitpunkt sein müssen.

Begriff / Stufe

Bedeutung

LOD (Level of Detail)

Geometrischer Detaillierungsgrad der 3D-Objekte

LOG (Level of Geometry)

ÖNORM-Begriff: entspricht weitgehend LOD

LOI (Level of Information)

Informationsgehalt: Sachdaten, Parameter, Kennwerte

LOD 100

Konzept / Massen (nicht maßstäblich)

LOD 200

Entwurf mit ungefähren Abmessungen

LOD 300

Ausführungsplanung, maßgenaue Geometrie

LOD 400

Fertigungsplanung, inkl. Einbaudetails

LOD 500

As-Built-Modell: tatsächlicher Bestand

Die ÖNORM A 6241-2 regelt die BIM-Detaillierungsgrade für den österreichischen Markt und unterscheidet systematisch zwischen geometrischen (LOG) und alphanumerischen (LOI) Informationsgehalten. Linsinger ZT GmbH liefert Bestandsmodelle typischerweise auf LOD 300–400, je nach Anforderung des Auftraggebers.

BIM-Normen in Österreich

ÖNORM A 6241-1

BIM im Hochbau — Datenstrukturen und -formate (IFC-Grundlagen, Modellinhalte)

ÖNORM A 6241-2

BIM-Detaillierungsgrade LOG und LOI — Anwendung im Planungs- und Bauprozess

ÖNORM A 6240-4

CAD — Planinhalt und -aufbau für den Hochbau (Grundlage für BIM-Überleitungen)

ISO 19650-1 / -2

Internationaler Standard: Informationsmanagement über den BIM-Lebenszyklus

IFC (ISO 16739)

Open BIM-Austauschformat: Industry Foundation Classes, herstellerneutral

OIB-Richtlinien

Baurechtliche Grundlage; zunehmend mit BIM-Übergaben verknüpft

Linsinger ZT GmbH war beratend an der Erarbeitung der ÖNORM A 6240-2 (Bestandsaufnahme und Bestandsaufmaß) beteiligt. Diese Norm bildet die vermessungstechnische Grundlage für qualitätsgesicherte As-Built-Dokumentationen im BIM-Kontext.

BIM-Rollen und Verantwortlichkeiten

Rolle

Aufgabe

BIM-Auftraggeber (AG)

Stellt BIM-Anforderungen im Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) fest

BIM-Manager

Koordiniert das Gesamtmodell, setzt BIM-Execution-Plan (BEP) um

BIM-Koordinator

Fachplaner-seitige Modellpflege und Kollisionsprüfung

Fachmodell-Ersteller

Architektur, Tragwerk, TGA — je ein Teilmodell

Vermesser / Bestandsaufnahme

Liefert georeferenzierte As-Built-Grundlagen (Punktwolken, Scan-to-BIM)

Der Vermesser übernimmt im BIM-Prozess eine Schlüsselrolle: Ohne präzise Bestandsgrundlage entstehen Fehler in allen nachgelagerten Fachmodellen. Linsinger ZT GmbH liefert georeferenzierte Punktwolken und Scan-to-BIM-Modelle als verlässliche Ausgangsbasis für den gesamten BIM-Workflow.

BIM & Vermessung: Schnittstelle Bestandsaufnahme

Die Verbindung von Laserscanning und BIM ist eine der zentralen Entwicklungen im Bauwesen. Terrestrisches Laserscanning (TLS) und mobile Mapping (z. B. NavVis VLX) liefern hochgenaue Punktwolken, aus denen BIM-konforme Bestandsmodelle (As-Built-BIM) erstellt werden.

Dieser Prozess wird als Scan-to-BIM bezeichnet und umfasst:

• Geländeaufnahme mit 3D-Scanner (FARO Focus, NavVis VLX 3)

• Registrierung und Bereinigung der Punktwolke (FARO SCENE, PointCab Origins)

• Modellierung im BIM-Authoring-Tool (BricsCAD BIM, ArchiCAD, Revit)

• Ausgabe als IFC-Datei für den weiteren BIM-Workflow

• Georeferenzierung im nationalen Koordinatensystem (MGI/Bundesmeldenetz)

Linsinger ZT GmbH führt Scan-to-BIM-Projekte in unterschiedlichen Maßstäben durch — vom Einfamilienhaus über Industriehallen bis zu denkmalgeschützten Gebäuden und mittelalterlichen Burganlagen.

Relevante Dateiformate im BIM-Umfeld

Format

Beschreibung

IFC (.ifc)

Offenes, herstellerneutrales BIM-Austauschformat (ISO 16739)

BCF (.bcf)

BIM Collaboration Format — für Kommentare und Themen im Modell

E57 (.e57)

Offenes Format für Punktwolkendaten (Laserscanning-Output)

LAS / LAZ (.las/.laz)

Klassisches Punktwolkenformat, LAZ = komprimiert

DWG / DXF

Gängiges CAD-Format; als BIM-Grundlage nur eingeschränkt geeignet

RCP / RCS

Autodesk-Punktwolkenformat (RCP = Projektdatei, RCS = Scansegment)

BIM-Einsatz bei Linsinger ZT GmbH

Als Ziviltechniker für Vermessungswesen ist Linsinger ZT GmbH an der Schnittstelle zwischen geometrischer Wirklichkeit und digitalem Gebäudemodell tätig. Unsere Leistungen im BIM-Kontext umfassen:

• Georeferenzierte Bestandsaufnahmen als Planungsgrundlage für BIM-Projekte

• Scan-to-BIM: Erstellung von As-Built-Modellen aus Punktwolkendaten

• IFC-Export aus BricsCAD BIM und ArchiCAD für Open-BIM-Workflows

• Qualitätssicherung: Abgleich von Soll- und Ist-Zustand (BIM-zu-Realität-Vergleich)

• Dokumentation gemäß ÖNORM A 6241-1/-2 und ISO 19650

• Einsatz in Projekten mit öffentlichen Auftraggebern und Privatinvestoren

Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Bestandsaufnahme und Projekten in mehr als 27 Ländern verfügt Linsinger ZT GmbH über die fachliche Tiefe, um komplexe BIM-Grundlagen auch für anspruchsvolle Vorhaben — historische Gebäude, Industrieanlagen, Infrastrukturprojekte — zuverlässig zu liefern.

Weiterführende Wiki-Einträge

→ Terrestrisches Laserscanning

→ Scan-to-BIM

→ FARO SCENE

→ ÖNORM A 6241 (BIM-Norm)

→ IFC-Format

→ Bestandsaufmaß

Linsinger Vermessung auf Instagram

@LINSINGER_VERMESSUNG

#linsinger #vermessung

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