Bestandsplan für Umbau
Bestandsplan für den Umbau – maßgenaue Dokumentation als Planungsgrundlage für Architekten und Bauherren
Bestandsplan für Umbau
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Fachgebiet |
Bestandsvermessung, Baudokumentation |
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Anwendung |
Umbau, Renovierung, Sanierung, Denkmalschutz |
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Normen (AT) |
ÖNORM A 6240-2, ÖNORM B 1800 |
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Normen (DE) |
DIN 1356-6, HOAI |
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Maßstäbe |
1:50 (Regelfall), 1:20 (Detail), 1:100 (Übersicht) |
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Erstellt von |
Linsinger ZT GmbH – Ziviltechniker für Geodäsie |
1 Was ist ein Bestandsplan für Umbau?
Ein Bestandsplan für Umbau ist eine maßstabsgenaue, messtechnisch aufgenommene Plandarstellung des tatsächlich vorhandenen Gebäudezustands – also des Ist-Zustands – als Grundlage für geplante Umbaumaßnahmen. Im Unterschied zu Plänen aus dem Bauakt (Einreichpläne, Ausführungspläne) dokumentiert der Bestandsplan die reale, über Jahrzehnte oft veränderte Bausubstanz.
Umbauvorhaben aller Art – von der einfachen Wohnungssanierung bis zum komplexen Industriegebäude-Umbau – setzen eine verlässliche Plangrundlage voraus. Nur wer den Ist-Zustand kennt, kann Umbaueingriffe korrekt planen, ausschreiben und behördlich einreichen.
2 Abgrenzung: Bestandsplan, Einreichplan, Ausführungsplan
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Planart |
Inhalt |
Zeitpunkt |
Erfordert Bestandsplan? |
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Bestandsplan (Ist) |
Aufgenommener Ist-Zustand |
Vor Umbau |
– |
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Einreichplan (Neu) |
Geplanter Soll-Zustand |
Planungsphase |
Ja, als Basis |
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Ausführungsplan |
Detailplanung für Baufirma |
Vor Baubeginn |
Ja, als Basis |
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Bestandsdokumentation (As-built) |
Tatsächlich ausgeführter Zustand |
Nach Fertigstellung |
Nein |
3 Inhalte eines Bestandsplans für Umbau
3.1 Grundrisse
• Alle Geschoße (Keller, EG, OG, DG, Dachraum)
• Genaue Raummaße, Wandstärken, Öffnungsbreiten/-höhen
• Lage und Abmessungen aller Türen und Fenster
• Eingetragene Raumbezeichnungen und Raumflächen (nach ÖNORM B 1800)
• Treppen, Schächte, Nischen, Kamine
3.2 Schnitte und Ansichten
• Mindestens ein Längs- und ein Querschnitt
• Geschoßhöhen, lichte Raumhöhen, Sturzhöhen
• Sichtbare Konstruktionselemente (Decken, Unterzüge, Pfetten)
• Fassadenansichten für baurechtlich relevante Fassaden
3.3 Angaben zur Baukonstruktion
• Wandaufbau und Materialien (soweit sichtbar/bekannt)
• Deckenart und -stärke (Holzbalken, Beton, Gewölbe)
• Dachkonstruktion und Eindeckung
• Kennzeichnung tragender Bauteile
4 Methoden der Bestandsaufnahme
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Methode |
Genauigkeit |
Zeitaufwand |
Empfohlen für |
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Handaufmaß |
±1–3 cm |
Hoch |
Kleine Objekte, Nachbesserung |
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Tachymeteraufmaß |
±1–5 mm |
Mittel |
Einzelräume, Außenhülle |
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3D-Laserscanning (TLS) |
±1–3 mm |
Gering (Aufnahme) |
Komplexe Gebäude, Denkmal |
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Drohnen-/Photogrammetrie |
±1–3 cm |
Gering |
Außenfassaden, Dachflächen |
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BIM-Modellierung (Scan-to-BIM) |
Modelltreu |
Mittel (Modell) |
Umbau mit BIM-Planung |
Linsinger ZT GmbH setzt primär auf terrestrisches 3D-Laserscanning in Kombination mit geodätischer Absteckung im österreichischen Bundesmeldenetz (MGI/Gauß-Krüger). Für komplexe Umbauten wird ein vollständiges Scan-to-BIM-Modell (IFC-Format) als Planungsgrundlage erstellt.
5 Maßstäbe und Darstellungskonventionen
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Maßstab |
Anwendung |
Regelwerk |
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1:200 |
Lageplan, Übersichtsplan |
ÖNORM A 6240-2 |
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1:100 |
Übersichtsgrundriß, Schnitt |
ÖNORM A 6240-2, DIN 1356 |
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1:50 |
Regelgrundriß Umbau (Standardmaßstab) |
ÖNORM A 6240-2 |
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1:20 |
Detailschnitte, Baukonstruktion |
ÖNORM A 6240-2 |
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1:5 / 1:2 |
Konstruktionsdetails, Anschlüsse |
Fachplanung |
6 Rechtliche Grundlagen in Österreich
6.1 Baubewilligung und Bestandsplan
Für viele Umbauvorhaben ist in Österreich gemäß den Landesbauordnungen (z. B. Salzburger Baupolizeigesetz) eine Baugenehmigung erforderlich. Die zuständige Baubehörde verlangt in aller Regel den aktuellen Bestandsplan als Beilage zum Einreichplan. Ohne verlässlichen Bestandsplan ist keine ordnungsgemäße Einreichung möglich.
6.2 Denkmalschutz
Bei denkmalgeschützten Gebäuden (Bundesdenkmalamt, Bescheid gemäß DMSG) gelten erhöhte Anforderungen an die Bestandsdokumentation. Hier sind in der Regel maßstabsgenaue Pläne im Maßstab 1:50 sowie fotogrammetrische Dokumentationen Pflicht. Linsinger ZT GmbH erstellt auch Baudokumentationen nach den Richtlinien des Bundesdenkmalamts.
7 Bestandsplan und BIM
Im Kontext von Building Information Modeling (BIM) bildet der Bestandsplan die Grundlage für das sogenannte Scan-to-BIM-Modell. Dabei wird die Punktwolke des 3D-Laserscannings in ein parametrisches BIM-Modell (IFC-Format nach ISO 16739) überführt. Dieses Modell enthält nicht nur die geometrische Information, sondern auch bauteilbezogene Sachinformationen (Material, Konstruktion, Zustand).
• Norm: ÖNORM A 6241-1 (BIM im Hochbau) und ÖNORM A 6241-2 (Fortgeschrittenes BIM)
• Modelltiefe: LOG 200–300 (geometrisch) + LOI für Sachinformationen
• Schnittstelle: IFC 4.x, IFC 2x3, oder IFC-Alignment für Infrastruktur
• CDE: Gemeinsame Datenumgebung für kollaboratives Arbeiten (ISO 19650)
8 Typischer Ablauf – Bestandsplan für Umbau
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Schritt |
Tätigkeit |
Ergebnis |
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1 |
Auftragsklärung: Umfang, Maßstab, Detailtiefe |
Leistungsverzeichnis |
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2 |
Ortstermin & Objektbegehung |
Aufmaßstrategie |
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3 |
3D-Laserscanning / Tachymeteraufmaß |
Punktwolke / Messdaten |
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4 |
Registrierung & Georeferenzierung |
Georef. Punktwolke |
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5 |
Planableitung (CAD oder Scan-to-BIM) |
Grundrisse, Schnitte, Ansichten |
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6 |
Qualitätsprüfung & Maßkontrolle |
Geprüfte Pläne |
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7 |
Planausgabe (DWG, PDF, IFC) |
Planwerk für Planer/Behörde |
9 Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich den alten Bauplan als Bestandsplan verwenden?
Nein. Baupläne aus dem Bauakt entsprechen dem genehmigten Zustand zum Zeitpunkt der Einreichung, spiegeln aber nicht zwingend den tatsächlichen Bauzustand wider. Umbauten, An- und Zubauten, Sanierungen oder einfache Anpassungen über die Jahrzehnte werden im Bauakt oft nicht aktualisiert. Ein aufgemessener Bestandsplan ist daher zwingend erforderlich.
Wie lange dauert die Erstellung eines Bestandsplans?
Die Dauer hängt von der Objektgröße und der gewählten Methode ab. Ein typisches Einfamilienhaus (150–250 m²) benötigt ca. 1 Aufnahmetag + 2–5 Werktage für die Planbearbeitung. Größere Objekte (Mehrfamilienhäuser, Industriegebäude) werden individuell kalkuliert.
Welche Dateiformate werden geliefert?
Standardmäßig: DWG (AutoCAD), DXF, PDF/A (archivfähig). Optional: IFC (BIM-Modell), RVT (Revit), RCP/RCS (Punktwolke für Revit). Alle Formate können auf Wunsch im österreichischen Bundesmeldenetz georeferenziert übergeben werden.
10 Verwandte Themen im Wiki
• Bestandsvermessung (Hauptartikel)
• Scan-to-BIM – Workflow und Normen
• ÖNORM A 6241-1 / A 6241-2 – BIM im Hochbau
• Pläne für Zubau und Sanierung
• Hausvermessung / Wohnungsvermessung
• Geodätische Grundlagen: MGI / Bundesmeldenetz
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